Tag Archives: Branchendialoge

Einladung: Stimmt die Chemie? – Herausforderungen für den Chemie-Standort Bayern

Wir laden alle Interessierten herzlich ein zur 2. öffentlichen Veranstaltung im Rahmen der Branchendialoge “Ökonomie im Grünen Bereich” am Donnerstag, 21.07.2011 von 19.30 bis 22.30 Uhr im Saal 3 des Maximilianeums, München.

Kiwi-limone cc Finex @ Jugendfotos.de

Kiwi-limone cc Finex @ Jugendfotos.de

Die Erzeugnisse der Chemischen Industrie sind allgegenwärtig. Von uns mitunter bewusst und häufig unbewusst wahrgenommen prägt die Chemie in vielfältiger Weise unser Umfeld, nicht zu letzt als wichtiger Bestandteil des Wirtschafts- und Forschungsstandortes Bayern. Klimawandel, Ressourcenknappheit, Umweltschutz, Fachkräftemangel sind Bereiche in denen die Branche vor großen Herausforderungen steht. Wir wollen und müssen uns mit der Frage auseinandersetzen, wie sich eine sozial, ökonomisch, und ökologisch nachhaltige chemische Industrie in Bayern entwickeln muss.

Wir möchten mit Ihnen und unseren Experten über notwendige Entwicklungen, Perspektiven und Handlungsstrategien sprechen.

Wie wird der Chemiestandort Bayern in 10 oder 20 Jahren aussehen? Welche chemischen Produkte werden entwickelt und angewendet werden? Welche Herausforderungen muss die klein- und mittelständig strukturierte Chemiebranche in den nächsten Jahren bewältigen? Welche Erwartungen haben die Mitarbeiter, die Kunden, die Politik, die internationalen Märkte? In welchen Produkten liegt die Zukunft und wo liegen die künftigen Absatzmärkte?

Über die Herausforderungen für die bayerische Chemiebranche diskutieren:

Reinhard Bütikhofer Mitglied des Ausschusses für Industrie, Forschung und Energie (ITRE), Sprecher  der Europagruppe GRÜNE sowie Stellvertretender Fraktionsvorsitzender
Sonja Haider Advisor investment sector, International Chemical Secretariat (CHEMSEC) Deutschland
Thomas Mütze, MdL Moderation

Zur thematischen Einstimmung zeigen wir einen kurzen Videobeitrag. Die sich anschließenden Beiträge unserer ExpertInnen dienen dann als Grundlage für eine Fachdiskussion mit dem Publikum.

Anmeldungen auf der Fraktionswebseite

Neue Autos braucht das Land! – Grüne diskutieren über die Zukunft der Automobilbranche

 

Neue Autos braucht das Land: Dr. Weert Canzler, Margarete Bause und Karl-Heinz Büschemann

Neue Autos braucht das Land: Dr. Weert Canzler, Margarete Bause und Karl-Heinz Büschemann

Wie sieht unsere Mobilität in 10 oder 20 Jahren aus? Welche Autos werden in Zukunft in Bayern entwickelt, gebaut und gefahren? Welche Herausforderungen muss die Automobilbranche in den nächsten Jahren bewältigen? Welche Erwartungen haben die Mitarbeiter, die Kunden, die Politik, die internationalen Märkte an das Auto der Zukunft? Welche Strategien entwickeln die Autobauer angesichts der vielfältigen Herausforderungen?

Über diese Fragen diskutierte Margarete Bause, die Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen am Donnerstag Abend mit zwei ausgewiesenen Automobilitätsexperten: Zum einen mit Karl-Heinz Büschemann (im Bild rechts), Journalist und Autor des Buches „Crashtest – Deutsche Autobauer ohne Plan und Strategie“ und zum anderen mit Dr. Weert Canzler (im Bild links), dem Leiter der „Projektgruppe Mobilität“ im Schwerpunkt „Gesellschaft und wirtschaftliche Dynamik“ im Wissenschaftszentrum Berlin.

Karl-Heinz Büschemann erklärte, dass in den Schwellenländern rund 5 Milliarden Menschen auf ein Auto für 4.000 – 5.000 € warten würden. Derzeit seien die deutschen Autokonzerne aber nicht in der Lage, dies zu bauen. In diesem Zusammenhang stellte Büschemann die Subventionen für die Autobauer im Bereich E-Mobilitätsentwicklung in Frage. Das Auto der Zukunft, so der SZ-Journalist, wird von anderen Unternehmen (z.B. aus der Energiebranche, vgl. FTD v. 9.3.2011) und kleinen neuen Unternehmen kommen.

Auch Dr. Weert Canzler plädiert für neue Wege beim Thema Automobilität: “Wir müssen uns von den vier Essentials der Autoindustrie ‘große Reichweite’, ‘starke Beschleunigung’, ‘max. Zuladung’ und ‘Höchstgeschwindigkeit’ verabschieden. Unser Mobilitätsverhalten kann nicht eins zu eins auf E-Mobilität umgestellt werden.” Momentan sieht Canzler die Zukunft des Elektroautos skeptisch: In 10 Jahren werden wir kaum mehr E-Mobile haben, weil es für Private zu teuer und unbequem ist, so der Wissenschaftler. Canzler fordert große Flottenversuche mit E-Mobilen, um diese in ein neues, intelligentes Stromnetz zu integrieren: “Eine Stromlücke wird es durch Umsteigen auf E-Mobilität nicht geben. Im Gegenteil: Überkapazitäten der Regenerativen können z.B. bei nachts abgestellten Busflotten gespeichert werden.”

Globales Ölfördermaximum nach der Berechnung von Marion King Hubbert (cc:by Hankwang)

Globales Ölfördermaximum nach der Berechnung von Marion King Hubbert (cc:by Hankwang)

Beide sind Gäste waren sich einig: Durch den “peak-oil” also das Globale Ölfördermaximum, werden Verbrennungsmotoren im Verbrauch so teuer, dass langfristig auch die Brennstoffzelle eine Chance hat. Der Mobilitätswandel könne aber nicht allein dem Marktgeschehen überlassen werden: “Wir brauchen politischen Druck und eine Nutzerfinanzierung der Mobilität z.B. mit Tempolimit, Abgasgrenzwerten, City-Maut oder einer Sperrung der großen Städte für Verbrennungsmotoren.”

Im Anschluss an die öffentliche Auftaktveranstaltung zum Branchendialog “Automobilität” findet heute, am Freitag, der interne Workshop statt, in dem Vertreter aus Wissenschaft, Technik, Verbänden und Politik die Zukunft der Autobranche in Bayern diskutieren.

Ökonomie im Grünen Bereich: Margarete Bause im Interview

Was hat es mit den Branchendialogen auf sich? Um welche Ziele, Themen und Branchen geht es? Wie schaut der Dialog mit den Unternehmen aus? Margarete Bause, Initiatorin der Branchendialoge und Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bayerischen Landtag erklärt in einem kurzen Interview, was hinter Ökonomie im Grünen Bereich steckt.

Das Video gibt es im Grünen Kanal auf Youtube und auf Vimeo.

Branchendialoge: Eine Einführung

Wir Grünen sind überzeugt: Wirtschaftspolitik kann man nicht über die Köpfe der Betroffenen hinweg machen, sondern nur im ernsthaften Dialog. Aus diesem Anspruch heraus entstand das Konzept der Wirtschaftsdialoge, das Fraktionsvorsitzende Margarete Bause im Folgenden erklärt:

Die wirtschaftliche Situation in Bayern

Bayern stand in den letzten Jahren in wirtschaftlicher Hinsicht im Vergleich der Bundesländer immer relativ gut da, auch wenn der Vorsprung geringer geworden ist und uns andere Länder mittlerweile in der wirtschaftlichen Dynamik deutlich voraus sind. Gleichzeitig ist das regionale Wohlstandsgefälle innerhalb Bayerns nach wie vor gravierend. Maßnahmen zur Zukunftssicherung wurden trotz hoher staatlicher Subventionen und häufig hektischer Aktivitäten der Staatsregierung zur Rettung einzelner Betriebe nur unzureichend ergriffen.

Damit ist die nächste Krise vorprogrammiert, die Chancen des Umsteuerns auf nachhaltiges Wirtschaften werden verpasst und die Wettbewerbsfähigkeit der bayerischen Wirtschaft ist auf mittlere und lange Sicht gefährdet.

Gerade die bisherige Stärke der bayerischen Wirtschaft, der hohe Anteil des verarbeitenden Gewerbes und die große Exportorientierung erwiesen sich in der Krise als Achillesferse. Auch wenn derzeit die wirtschaftliche Entwicklung positiver verläuft als prognostiziert, ist dies kein Grund zur Entwarnung. Weder in ökologischer Hinsicht noch unter ökonomischen Aspekten. Denn diese Entwicklung verdankt sich in erster Linie den öffentlichen Investitions- und Konjunkturprogrammen und dem schwachen Euro, der die Wettbewerbsfähigkeit von Exporten in die asiatischen Länder verbessert.

Aus einer Perspektive heraus, die über den Tellerrand des Heute hinaus blickt, müssen sich Wirtschaft und Politik in Bayern aber der Frage stellen, welche Produkte, Dienstleistungen und Technologien angesichts von weltweiter Rohstoffknappheit, Umweltverschmutzung und Klimawandel die Zukunftsmärkte bestimmen werden. Wie können Lebensqualität, gesunde Umwelt, Wohlstand, Beschäftigung und gesellschaftliche Teilhabe in 10 Jahren und darüber hinaus gesichert werden? Welche Maßnahmen müssen wir heute ergreifen, welche Entwicklungen müssen wir heute einleiten um den Herausforderungen gerecht zu werden und die genannten Ziele zu erreichen?

Grüne Aufgaben

Bayern verändert sich in vielen Bereichen. Sei es die demographische Entwicklung oder die steigende Zahl von Menschen mit Migrationshintergrund, sei es das Artensterben oder die Gletscherschmelze, sei es der Ausbau der Erneuerbaren Energien und die Ablehnung der Agrogentechnik, sei es das geänderte Bildungsverhalten oder das Zusammenleben in vielfältigen Formen.

Dieser Wandel und seine Widersprüche verändern auch die politische Landschaft, stellen alte Sicherheiten und Handlungsmuster in Frage und verlangen neue Ideen, neue Konzepte, neue Politikstile, neue Allianzen und Strategien. Die schwarz-gelbe Regierung erweist sich als unfähig diese Veränderungen mit offenen Augen wahrzunehmen, die notwendigen Reformen anzupacken und den erforderlichen Strukturwandel einzuleiten. Im Gegenteil: CSU und FDP verlieren sich in lähmendem Streit, hilflosem Durchwursteln und rückwärts gewandter Klientelpolitik. Dabei wird wertvolle Zeit vergeudet, die Teilhabechancen vieler Menschen werden aufs Spiel gesetzt und der Verdruss über „die“ Politik nimmt immer bedrohlichere Ausmaße an.

Gleichzeitig erfahren wir Grünen eine bisher nicht gekannte Zustimmung und Anerkennung. Das aktuelle Umfragehoch für unsere Partei und das darin zum Ausdruck kommende gestiegene Vertrauen in unsere politischen Konzepte, unsere Glaubwürdigkeit und unsere Handlungsfähigkeit sind deshalb in gleicher Weise Anlass zur Freude und zur Verpflichtung, diesem Vertrauen gerecht zu werden.

Es ist Auftrag für uns, unsere Konzepte sorgfältig auf ihre Regierungstauglichkeit und Wirksamkeit zu überprüfen und in einen intensiven Dialog mit den verschiedenen gesellschaftlichen Akteuren zu treten.

Grüne Branchendialoge für ein nachhaltiges Bayern

Der ökologische Strukturwandel der Wirtschaft stellt dabei eine der größten Herausforderungen dar. Der Veränderungsprozess muss sich umfassend am Leitbild der Nachhaltigkeit ausrichten und dies bedeutet weit mehr als die üblichen Hochglanz-Nachhaltigkeitsbroschüren aufzulegen oder am Umweltpakt Bayern teilzunehmen. Die VertreterInnen der Wirtschaft und insbesondere der wichtigsten Branchen in Bayern sollten sich in Zukunft als Agenten des Wandels begreifen und nicht als Verteidiger des Status quo.

Die grüne Landtagsfraktion organisiert deshalb in den nächsten zwei Jahren eine Reihe von Dialogforen, in denen die aktuelle Situation und Entwicklung für die wichtigsten Wirtschaftsbranchen in Bayern thematisiert werden. Mit VertreterInnen aus Industrie und Mittelstand, Gewerkschaften, Forschung, NGOs, Verbänden, etc. wollen wir eine offene und ungeschönte Bestandsaufnahme der jeweiligen Branche erarbeiten. Dabei gilt es, sowohl Gewinner und Verlierer sowie Chancen und Risiken zu identifiziert und schließlich die Potentiale und die Bedingungen eines umwelt- und klimaschonenden Wirtschaftens zu erörtern.

Power On: Ökonomie im grünen Bereich

Liebe Leserinnen und Leser!

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Bayerischen Landtag organisiert in den nächsten Monaten Dialogforen, in deren Rahmen die aktuelle Situation und die Entwicklung der wichtigsten Wirtschaftsbranchen in Bayern thematisiert werden. An diesen “Workshops” nehmen u.a. VertreterInnen aus Industrie und Mittelstand, Gewerkschaften, Forschung und Verbänden teil. Dabei werden Chancen und Risiken identifiziert und die Potentiale nachhaltigen Wirtschaftens erörtert.

Im Umfeld dieser Gespräche finden zahlreiche weitere Aktionen und Veranstaltungen und natürlich die laufende wirtschaftspolitische Arbeit in der Landtagsfraktion statt. Dieser Blog begleitet die Branchendialoge, informiert aber auch darüber hinaus über grüne Wirtschaftspolitik.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare und Anregungen!

Ihre
Grünes Ökonomie-Team