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Südschiene Bayern-BaWü: Sind weniger Autos besser als mehr?

Mercedes-Benz "Concept A-Class" (Quelle: Daimler AG)

Mercedes-Benz "Concept A-Class" (Quelle: Daimler AG)

“Weniger Autos sind natürlich besser als mehr”, sagte Winfried Kretschmann, Baden-Württembergs neuer grüner Ministerpräsident nach der Wahl. Damit provozierte er die vorhersehbare, reflexartige Kritik der CSU, die ein Jahr nach einer massiven Pkw-Überproduktion, die zur sog. “Abwrackprämie” geführt hat, immer noch am “mehr ist mehr” festhält.

Fast zeitgleich stellte jedoch Mercedes Benz bei der “Auto Shanghai 2011″ die Concept A-Class vor: Ein Vorgeschmack auf den breiten Einstieg in kleinere, ökologischere und zukunftsfähigere Autoklassen, auch bei den “Premiummarken”. Denn ganz im Sinne von Kretschmann zeigt Mercedes damit, dass Qualität vor Quantität durchaus Sinn macht. Damit ist Mercedes in guter Gesellschaft, denn überall wird derzeit darüber nachgedacht, welchen Bedeutung das Auto für zukünftige Mobilitätsphilosophien haben wird.

Dass der Automobilstandort Bayern allen voran mit Audi und BMW in dieser Frage weiter ist, als die Regierungsparteien zeigte sich auch beim Grünen Branchendialog “Automobilität”, in dem die Beteiligten ein differenziertes Bild zeichneten. Wir alle merken, dass Gesellschaft und Wirtschaft im Wandel sind, und die Grünen im Bayerischen Landtag sind gut aufgestellt, einen konstruktiven Beitrag zu leisten – jenseits der Angstmacherei der CSU. Denn auch für Bayern gilt der Satz von Winfried Kretschmann: “Wir müssen zeigen: Wohlstand ist möglich, ohne Lebensgrundlagen zu zerstören.”

Es bewegt sich was: Automobilität als erstes Thema der Branchendialoge

"La Jamais Contente" (1899)

Der “La Jamais Contente”, das Elektroauto, das im Jahr 1899 als erstes die 100 km/h-Grenze erreichte, verfügte nur über einen Lenkstock und ein Fußpedal. Heutige Elektroautos sind dagegen viel komfortabler, wie man zuletzt beim Genfer Autosalon bewundern konnte. Besonders spannend war, dass neben den PS-Boliden vor allem intelligente, umweltschonende Autos einen breiten Raum einnahmen. Jürgen Pander schreibt dazu im Spiegel-Artikel “Grüner wird’s noch nicht“:

Auch im obersten Luxussegment spielen Kategorien wie Ressourcenschonung bei der Produktion, Spritverbrauch und Schadstoffausstoß durchaus eine Rolle – selbst die Ingenieure von Lamborghini bemühen die Umwelt, wenn sie ihren Aventador anpreisen. Rolls-Royce, die Ikone des britischen Autoadels und der Prunk auf Rädern schlechthin, geht sogar noch weiter. In Genf zeigt die zu BMW gehörende Luxusmarke das Flaggschiff Phantom mit Elektroantrieb.

Trotzdem – so auch der Tenor in dem Artikel – liegen vor der Automobilindustrie noch lange Wege zu ressourcenschonenden Fahrzeugen. Aber es bewegt sich etwas. Und so ist “Automobilität” als erster Schwerpunkt der Branchendialoge genau das richtige Zukunftsthema.